Die Erosion von Bedeutung – wie die Nachrichten ihre Bedeutsamkeit verloren

Das Phänomen, das wir Fake-News nennen, wird nicht mehr verschwinden. Fake-News werden oft mit böswilligen Ränkeschmieden in Verbindung gebracht, die die Medien manipulieren. Das ist aber nur ein Teil davon, im Sinne einer Konsequenz. Vielmehr ist es das Symptom einer sozialen Evolution und das Ergebnis gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen. Was folgt ist die Erosion von Bedeutung. Dagegen können wir etwas unternehmen. 

Eine systempsychologische Untersuchung

Es muss irgendwann zu Beginn dieses Jahrhunderts passiert sein, in der Zeit der englischen Comedy-Serie THE OFFICE (hierzulande: DAS BÜRO). Mit einem Mal war die Parodie nicht mehr die Übertreibung einer Realität, sondern die Darstellung von Realität. Wer kennt sie nicht aus eigener Erfahrung? Die Szenen aus THE OFFICE, die Gespräche mit Managern wie David Brent & Co. Sie machten deutlich, dass die Blütezeiten der Parodie und der Satire à la YES MINISTER und SPITTING IMAGE vorbei waren. Eine logische Folge davon war Reality-TV. Warum jemanden lächerlich machen, wenn man das selbst viel besser kann? Auftritt: BIG BROTHER.

Anfang letzten Jahres gab der Schauspieler Alec Baldwin, der Donald Trump regelmäßig in der amerikanischen Late-Night-Show SATURDAY NIGHT LIVE (SNL) parodiert, angesichts der rekordverdächtigen Zuschauerzahlen ein Interview. Baldwin sagte, dass es keinen Spaß mache Trump zu spielen: “Er ist angespannt, er ist wütend, er ist sauer.”  Baldwin erklärte, er würde nur spielen, was der Präsident sagt. “Das ist noch so was, das ich merkwürdig finde: Wir wiederholen nur, was er sagt …!“

Ein weiterer neuer Trend in der Medienwelt? 

Nein, vielmehr Ausdruck eines fundamentalen Bewusstseinswandels – einer Transformation, die Informationen und Nachrichten eine neue Bedeutung verleiht. Wir erleben die Erosion der Objektivität von Nachrichten zugunsten ihrer Subjektivierung und damit die Entstehung des Phänomens Fake-News.

Der Duden definiert Fake-News als „in den Medien und im Internet, insbesondere in den Sozialen Medien, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“.Das ist eine unsinnige Definition. Sie sehnt sich nostalgisch nach der Zeit, als noch eine einzige Wahrheit existierte und ist ein Versuch, das Phänomen zu kontrollieren. Sie erschafft auch eine Illusion: als würde Fake-News aufhören, wenn wir sie verbieten, wenn wir die perfiden Fake-News-Verkünder zum Schweigen brächten. Derweil besteht das eigentliche Problem darin, dass die Parameter für die Interpretation von Informationen untergraben werden und dass manche Leute das missbrauchen.Nachrichtenmanipulation an sich ist nichts Neues. Die Kombination mit dieser Form von Bedeutungserosion schon.

Es gibt eine Reihe parallel verlaufender Entwicklungen in den Bereichen Technologie, soziale Beziehungen und Bewusstsein, die dafür sorgen, dass Fake-News nicht mehr verschwinden werden. In der Tat stellt sich die Frage, ob wir Fake-News objektiv noch von “echten” Nachrichten unterscheiden können. Das holländische Webmagazin DE SPELD veröffentlicht mit Begeisterung seit 2007 täglich lächerliche Fake-News, während diese Artikel regelmäßig für echte Nachrichten gehalten werden. Was? Chinesische Spione haben HARIBO infiltriert, um das Goldbären-Rezept zu stehlen? Ein Skandal!

Autoritätsverlust

Die Moderne hat dazu geführt, dass viele Autoritäten vom Sockel gefallen sind oder gar gestoßen wurden. Die Ansichten und Äußerungen der verbliebenen Respektspersonen, seien das nun Ärzte, Professoren oder Bürgermeister, sind von kaum größerem Gewicht als deine und meine. Darüber hinaus enthüllt zunehmende Transparenz immer öfter unanständiges Verhalten der Autoritäten, was uns zuvor verborgen geblieben war und so unsere Illusionen über sie aufrechterhalten hat. Aufgrund eines gewissen Autoritätsvakuums führt uns das manchmal in ein gefährliches Niemandsland von gestörten oder größenwahnsinnigen Führern und anmaßenden oder frustrierten Bürgern. Von daher gibt es immer weniger anerkannte Autoritäten, und Quellen anerkannter Bedeutung schwinden. Darüber hinaus erkennen wir uns selbst zunehmend als Autorität an. Lästig ist nur, dass alle die anderen Individuen sich auch dafür halten.

Individualisierungs-Overload

Die Babyboomer werden sich sicherlich noch an die Euphorie der neu gewonnenen individuellen Freiheiten in den Sechziger- und Siebzigerjahren erinnern. Individualisierung verhieß, dass jede(r) Sichselbst sein könnte. Wir hatten so große Erwartungen daran, dass alle diese individuellen Meinungen die autoritären Formen ersetzen würden. Und wo sind wir nun? Täglich werden wir von Werbung, durch das Fernsehen, soziale Medien, Sportwettbewerbe und Gleichgesinnte bombardiert, die uns sagen, wie wir zu sein haben, einzigartig und besonders. Weil alles gemessen und verglichen wird, müssen wir stets besser, schöner und erfolgreicher sein als die Anderen. Das führt zu einer Dichotomie. In der Tat gibt es viele Gewinner der Individualisierung, aber eben auch sehr viele Verlierer. Und die Gewinner sehen alle gleich aus, gar nicht einzigartig, da muss man sich nur die Teenager von 2019 ansehen. Die Ansprüche erwiesen sich als hohl: Die persönliche Wahrheit des Einzelnen ist oft nicht genug, um dem Leben einen Sinn zu geben. In der Praxis entstehen keine Autonomie und Weisheit, sondern Ambivalenz. Wer bin ich? In der Folge verlieren wir immer mehr an Halt. Die Neurosen und Burnouts boomen.

Aufmerksamkeit kreiert Realität

Was von Wissenschaftlern der Quantentheorie inzwischen untermauert wird, ist ein längst bekanntes Phänomen für Psychologen und spirituell Interessierte: Aufmerksamkeit kreiert Realität. Wir sehen das tagtäglich in den Medien Wirklichkeit werden. Wenn früher ein Pottwal am Strand einer Watteninsel angespülte wurde, war das bestenfalls eine lokale Nachricht wert. Jetzt wird es zu einem Medienhype, der zu Parlamentsdebatten und Gesetzgebung führt. Und dies ist nur ein Beispiel in einer endlosen Reihe von kleineren und größeren Ereignissen, deren Stellenwert sich aus der Anzahl der Retweets und nicht  aus ihrer ursprünglichen Bedeutung heraus ergibt. So sieht eine Mediakratie aus.

Demokratisierung der Nachrichten

Sowohl der Bereich der Nachrichtensammlung als auch der der Veröffentlichung sind fast vollständig demokratisiert. In Bezug auf Nachrichten hat jeder Bürger die Möglichkeit, diese Doppelrolle einzunehmen: Er oder sie sind sowohl Produzenten als auch Konsumenten. Jeder kann über Twitter, Facebook und iPhone Informationen bestimmen und veröffentlichen. Und in dieser narzisstischen Ära tun wir nichts lieber, als unseren Moment of Famezu feiern, den Andy Warhol 1968 ankündigte. Nachrichtenlieferant und -kunde lassen sich immer weniger unterscheiden und damit auch Aktion und Reaktion. Das befeuert einen Kampf um Aufmerksamkeit, auch unter den etablierten Medien, was die Gefahr eines Race-to-the bottom heraufbeschwört.

Verwitterende Wissenschaften

Die Wissenschaft, das Mekka der Objektivität und des Wissens, hat nicht mehr die Autorität, die sie einmal hatte. Über das Internet haben Bürger Zugang zu annähernd denselben Quellen wie Wissenschaftler. Der massive Anstieg der Anzahl von Promovenden führt zu einer starken thematischen Fragmentierung. Die Sozialwissenschaften legen sich selbst strikte Rahmenbedingungen auf, die ihnen nicht gerecht werden. Seriöse Wissenschaft muss falsifizierbar sein, was mit sich bringt, dass Wissenschaft niemals eine objektive Grundlage bieten kann, sondern nur für einen befristeten Zeitraum gültig ist, bis das Gegenteil bewiesen wird. Natürlich erkennen wir die großen gesellschaftlichen Errungenschaften der Wissenschaft an. Dennoch schwindet die Wissenschaft als bedeutungsgebendes Phänomen ebenso.

Politische Verwirrung

Wenn es einen Teil unserer Gesellschaft gibt, in dem die Subjektivierung von Bedeutung besonders katastrophale Auswirkungen hat, dann ist es die Politik. Beinahe jeder Bezugsrahmen für eine stabile und differenzierte Interpretation fehlt. Per Definition führt das zu Extremismus und Polarisierung. Polarisation, abgeleitet vom griechischen “polos”, pol, müssen wir mehr und mehr wörtlich nehmen: Man positioniert sich mehr und mehr in Extremen, den Polen, immer weniger zum Inhalt. In vielen großen, westlichen Demokratien lässt sich dieses Phänomen beobachten, das üblicherweise zu Pattsituationen führt. Nehmen wir zum Beispiel den Brexit und die amerikanischen “shutdowns”. Jeder Politiker, jede Partei muss immer lauter schreien und immer extremere Positionen einnehmen, um gehört zu werden. Alte Ideen werden per Wahl gegen neue ausgetauscht. Das hilft natürlich nicht weiter, es trägt nur zu wachsendem Chaos bei. Wo Ordnung und Weitsicht fehlen, entsteht nur mehr Unordnung und Eskalation. Deshalb wird die Politik zunehmend kritisiert, und das Vertrauen der Gesellschaft schwindet. Dieses Urteil verkennt einen wesentlichen Aspekt: Politiker haben dieses Phänomen nur zum Teil zu verantworten. Es ist das Symptom einer Entwicklung.

Die Bedeutung hiervon ist aufgrund des – jedenfalls in Holland gültigen –  politischen Grundsatzes des Primats der Politik nicht zu unterschätzen. Dieses Prinzip beschreibt das parlamentarische Monopol darüber, was von öffentlichem Interesse ist und die gemeinsame Gestaltung der sozialen Entwicklung. Die Politik reflektiert also auf alles in der Gesellschaft und ist damit das höchste säkulare Organ dieser Gesellschaft. Aber diese höchste Autorität reflektiert sich nicht grundlegend selbst. Wenn die Politik nicht erkennt, dass sie selbst auch einer autonomen sozialen Entwicklung unterliegt, nämlich dem Primat der Bewusstseinsentwicklung, entsteht ein blinder Fleck. Das ist oft ein psychologischer Abwehrmechanismus. Was würde passieren, wenn der blinde Fleck nicht da wäre? 

Wenn die Politik tatsächlich nicht mehr über allem steht, sondern selbst auch Subjekt dieser Entwicklung ist, wofür ist sie dann noch genau zuständig? Plötzlich kann dann die Frage nach der Legitimität politischer Macht auftauchen. Das politische Primat ist gültig oder nicht gültig, nicht nur ein bisschen, genauso wenig wie eine Frau nur ein bisschen schwanger sein kann. Wenn sich das politische Primat als unhaltbar erweist, warum haben wir, als Volk, ihm dann so viele Befugnisse übertragen? Für diese Selbstreflexion scheint in der Politik wenig Raum zu sein.

In Ermangelung objektiver Bezugsrahmen sind alle Nachrichten subjektiv, und daher sind alle Nachrichten potenziell “gefälschte” Nachrichten. Solange wir weiterhin der Illusion anhängen, dass es Wahrheit und Klarheit gibt, werden böswillige, aber auch törichte und gedankenlose Menschen sie bewusst oder unbewusst einsetzen, um die Verwirrung derjenigen, die nach der Wahrheit suchen, weiter zu verstärken oder sie in ihren verwirrten Überzeugungen zu bestätigen.

Was ist zu tun?

1. Schau dem Monster in die Augen

Hören wir auf zu denken, dass es vorübergehen wird. Hören wir auf, Fake-News zu moralisieren, es sei denn, sie sind offenkundig böswillig. Hören wir auf, uns gegenseitig in der Empörung über Fake-News zu übertreffen, sondern akzeptieren wir das Phänomen und finden neue Formen, damit umzugehen. Geben wir die Illusion der Objektivierbarkeit von Information und Wahrheit auf. Weil wir damit in ein spannendes und neues Paradigma eintreten, müssen wir auch tolerieren können, dass wir noch nicht genau wissen, wie wir damit umgehen sollen, das Erkennen des Phänomens aber der erste Schritt ist. Lassen wir uns außerdem zwei neue und unterschiedliche Begriffe einfallen für dieses evolutionäre Phänomen (Bedeutungserosion) und die gezielte Manipulation von Nachrichten nach der Definition des Dudens.

2. Lernen, studieren, entwickeln ….

Was offensichtlich ist, aber noch lang nicht in ausreichendem Maße umgesetzt wird: Lernen, lernen, lernen im Umgang mit Medien. Kinder und Erwachsene, alle. Information und Kommunikation sind der Sauerstoff und das Schmieröl dieser Gesellschaft. Darin müssen wir alle hochqualifiziert sein, media savvy. Wir müssen verstehen, dass dieses kippende Kommunikationsparadigma genauso grundlegend ist wie die Einführung der Bahn und des Autos, das Ende der Nahrungsmittelknappheit und so weiter. Wir müssen akzeptieren, dass wir neue, andere und noch nicht existierende Konzepte zur Interpretation von Informationen entwickeln müssen.

3.  Wahrnehmen

Ein entscheidender Teil von Punkt 2 ist die Entwicklung unserer Kompetenz wahrzunehmen anstatt zu denken oder zu fühlen. Das sind keine falschen “Sensoren”, aber sie können uns hier nur bedingt weiterhelfen. Wir müssen lernen, was in der Psychologie wie auch im Buddhismus anerkannt ist, nämlich in unserer Wahrnehmung zu unterscheiden, was wir jemanden sagen hören und was wir selbst daraus machen. Wir sind es gewohnt zu sagen “Du tust mir weh”, wenn uns jemand etwas Unangenehmes sagt. Wir erkennen den Unterschied zwischen Sprache und ihrer Interpretation nicht mehr. Die Wahrnehmung ist offen für das, was sich zeigt, ohne es zu beurteilen. Der Vorteil der Wahrnehmung ist, dass es einfacher wird, etwas Gemeinsames zu schaffen, weil sie neutraler und weniger von meiner Person und Vergangenheit bestimmt ist. Diese Wahrnehmung funktioniert nur im Hier und Jetzt. Auf der Ebene dieser Wahrnehmung können wir den Anderen leichter erreichen. Wahrnehmung ist nicht kühl und distanziert, sondern einfühlsam und präzise.

4. Verhalten anpassen

Ein Symptom diese Fake-News-Zeitalters ist es, dass unsere Gesellschaft in eine Art kommunikative Regression eingetreten ist. Das Verhalten fällt auf eine frühere Bewusstseinsebene zurück. Die ruhige Nachdenklichkeit, die Nuance, die Toleranz sind verschwunden. Darüber hinaus sind alle Informationen permanent und in Echtzeit verfügbar. Das Informationsbombardement, dem wir täglich ausgesetzt sind, ist enorm. Größenordnung und Geschwindigkeit führen zu einer Überlastung und tragen ebenfalls zur Regression bei. Ein Merkmal des regressiven Verhaltens ist es, dass wir instinktiver reagieren. Das limbische System, in dem sich unser Instinkt befindet, triggert uns etwas stärker als der frontale Kortex, der die Vernunft beherbergt.  Infolgedessen richtet sich unsere Aufmerksamkeit eher auf Bilder als auf Texte. Eher auf Schlagzeilen und Soundbites als einen Artikel. Außerdem reagieren wir schneller auf alles, was mit Poo, Pee, Sex, Gewalt, Sauerei und Banalität zu tun hat. Unsere primären Instinkte werden eher angesprochen: Sexualität und Sicherheit, Verlangen und Angst. Viele Medien versuchen, uns mit solchen Auslösern zu verführen. Wir müssen lernen, das zu erkennen und ihnen mehr Widerstand entgegenzusetzen. So, wie wir lernen mussten, unsere Essgewohnheiten anzupassen und uns gesund und mäßig zu ernähren oder mit dem Rauchen aufzuhören, können wir lernen, allen Medien-Kram links liegen zu lassen. Und wir müssen lernen, den eindringlichen Rhythmus von Twitter loszulassen und unser Kommunikationsverhalten zu v e r l a n g s a m e n. Eine vernünftige Reaktion erfordert manchmal mehr als 45 Sekunden. Disziplin also. Kein Phänomen, das sich in diesen Zeiten großer Beliebtheit erfreut, aber dennoch zum richtigen Zeitpunkt nützlich ist.

5  Von neutral bis parteiisch: Wähle transparente, ehrliche Subjektivität

In einer Gesellschaft, die das Phänomen der Bedeutungserosion nicht erkennt, sind die Schurken im Vorteil. Wenn wir davon ausgehen, dass wir alle regelmäßig Informationen verbreiten, die als Fake-News interpretiert werden können, dann tun das die Schurken möglicherweise bewusst. Der oberflächliche Betrachter sieht den Unterschied jedoch nicht.

Nehmen wir das Beispiel von Donald Trumps Kampf mit angesehenen Medien wie der WASHINGTON POST und der NEW YORK TIMES. Diese Medien wetteifern um die Objektivität von Nachrichten mit einer Person, die ebenfalls eine Autorität darstellt und die die Subjektivierung von Nachrichten regelmäßig missbraucht. Wir verstehen nicht, warum er mit seinen 8158 Lügen davonkommt. Der oberflächliche Betrachter sieht eben nur zwei Parteien, die sich gegenseitig Fake-News vorwerfen. Wo zwei sich streiten, sind zwei schuld. Dies erklärt, warum Trump immer noch eine relativ große Fangemeinde hat, die nur zwei Kampfhähne sieht. Infolgedessen entscheiden sie sich für den Querulanten, für den Außenseiter, genau wie sie es selbst sind.

Sobald wir das Phänomen der Bedeutungserosion erkennen, müssen seriöse Medien akzeptieren, dass Objektivität als höchster Anspruch eine verlorene Bastion ist. Sie müssen mehr aus ihrer eigenen reinen Wahrnehmung heraus interpretieren, sich für ehrliche und transparente Subjektivität entscheiden. Das hat beachtliche Bedeutung: Sie müssen akzeptieren, dass sie nicht nur Medien im reinen Sinne des Wortes sind (Mittel, die der Informationsübertragung dienen), sondern auch Partei. Es bedeutet, den Anspruch auf das Rechthaben aufzugeben.

Vielleicht klingt dieses offenkundige Plädoyer für Relativismus beängstigend. Es wirkt wie Wasser auf die Mühle der BREITBARTs und FOX NEWS. Der Eindruck ist verständlich, aber nicht genau. Im Grunde genommen ist das kein Relativismus, den ich befürworte. Was ich befürworte ist vielmehr eine Neubewertung des Objektivismus, jenseits der reinen Erkenntnis, jenseits der reinen Emotion, hin zur Wahrnehmung. Meine These ist eine andere: In einer Welt, in der wir die Erosion der Bedeutung nicht erkennen, sind die Schurken im Vorteil. Solange wir weiterhin von einem angenommenen, aber nicht mehr existenten Objektivismus ausgehend argumentieren und kommunizieren, wird erst die Bedeutungserosion zunehmen und dann die Vertrauenserosion. Keine Gesellschaft kann das aushalten.

Waarom nepnieuws nooit meer zal verdwijnen, en 5 manieren om er mee om te gaan

Het fenomeen dat we nepnieuws noemen zal niet meer verdwijnen. Bij nepnieuws denken we aan boosaardige intriganten die media manipuleren, dat is er een deel van, maar eigenlijk eerder een gevolg. Het is veel meer een symptoom van een sociale evolutie en het effect van maatschappelijke en technologische ontwikkelingen: betekeniserosie. We kunnen wel iets doen om er mee om te gaan. Een systeem-psychologische verkenning.

Ergens eind negentiger jaren van de vorige eeuw moet het gebeurd zijn, in de tijd van de satirische serie Jiskefet: het moment dat satire niet meer de overdrijving was van een werkelijkheid maar juist het verbeelden van de werkelijkheid. Wie kent ze niet, de scenes uit Debiteuren-Crediteuren, … uit eigen ervaring? En als corporale studenten dol zijn op de Lullo’s die hun studentikoze gedrag nabootsen, dan is er iets gekanteld. De parodie, de overdrijving of vervorming van een objectieve maatschappelijk norm, is niet meer nodig. De eigen, alledaagse lulligheid van het te parodiëren fenomeen is interessant genoeg, die hoef je niet te overdrijven. We hoeven niet meer te verwijzen naar iets objectiefs, want ieder heeft zijn eigen wijsheid. Daarna was reality-tv een logisch vervolg: waarom anderen ridiculiseren als ze dat zelf veel beter kunnen: enter “…oh oh Cherso”.

Weer een nieuw trendje in de mediawereld? Nee, een uiting van een fundamentele kanteling van bewustzijn, een transformatie van het geven van betekenis aan informatie, aan nieuws. We beleven de erosie van de objectiviteit van nieuws naar de subjectivering van nieuws, en het ontstaan van het verschijnsel nepnieuws. 

Van Dale schrijft over nepnieuws: “Nieuws dat niet op waarheid berust, vaak bewust verspreid om de publieke opinie te beïnvloeden”. Dat is een zinloze definitie. Hij is nostalgisch, verlangend naar de tijd dat waarheid nog bestond, een poging om het fenomeen onder de duim te krijgen. Hij creëert ook een illusie: dat nepnieuws ophoudt als we het verbieden, als we de perfide nepnieuwsverspreiders het zwijgen opleggen. Terwijl het probleem vooral is dat de kaders voor de interpretatie van informatie eroderen. En sommigen maken daar misbruik van. Nieuwsmanipulatie is niet nieuw, maar de combinatie met deze erosie van betekenissen wel.

Er is een aantal parallelle ontwikkelingen in techniek, maatschappelijke verhoudingen en bewustzijn waardoor nepnieuws nooit meer zal verdwijnen. Ontwikkelingen die ervoor zorgen dat nieuws en informatie nooit meer hetzelfde zullen zijn. Sterker nog, het is de vraag of we nepnieuws objectief nog kunnen onderscheiden van “echt” nieuws. Het periodiek De Speld publiceert sinds 2007 dagelijks met verve ridicuul nepnieuws, toch worden hun nieuwtjes regelmatig als echt nieuws opgevat. Wát? Chinese spionnen die bij Mora infiltreren om het recept van de frikandel stelen, het is een schandaal!

Autoriteitserosie

De moderniteit had tot gevolg dat veel autoriteiten van hun voetstuk zijn gevallen, dan wel geduwd. Het gelijk van de resterende autoriteiten, of ze nou arts, professor of burgemeester zijn, is nauwelijks nog een haar beter dan dat van jou en mij. Daarbij brengt de toenemende transparantie steeds meer onfrisse zaken over het gedrag van autoriteiten aan het licht die vroeger verborgen bleven en daardoor onze illusies in stand hielden. Door een soort autoriteitsvacuüm brengt ons dit soms in een gevaarlijk niemandsland van gestoorde of megalomane leiders en aanmatigende of gefrustreerde burgers, want het hoge cyane bewustzijn van Frederic Laloux[i]is nog zeer dun gezaaid. Er zijn dus steeds minder aanvaarde autoriteiten, en dus steeds minder bronnen van aanvaarde betekenis. Bovendien vinden we onszelf steeds meer een autoriteit. Het is alleen lastig dat al die andere individuen dat ook vinden van zichzelf.

De overload van individualisering

Babyboomers zullen het zeker herkennen, de euforie van de nieuw verworven individuele vrijheden in de 60-er en 70-er jaren. Individualisering beloofde dat iedereen zichzelf zou kunnen zijn. We hadden er zulke grote verwachtingen van, al die individuele meningen die de autoritaire kaders zouden vervangen. En, waar zijn we nu? We worden dagelijks bestookt met advertenties, door televisie, sociale media, sportwedstrijden, en door peers, die ons vertellen hoe we moeten zijn, uniek en speciaal. Omdat alles gemeten en vergeleken wordt moeten we steeds beter, mooier en succesvoller zijn dan de anderen. En dit leidt tot stress, en tot een tweedeling. Inderdaad, er zijn veel winnaars van de individualisering, maar ook heel veel verliezers. En de winnaars zien er allemaal hetzelfde uit, helemaal niet uniek, kijk maar eens naar corpsmeisjes anno 2019. De pretenties bleken hol: de particuliere waarheid van het individu maakt het leven niet vanzelf betekenisvol. In de praktijk is er geen autonomie en wijsheid gecreëerd maar ambivalentie: Wie ben ik? Daardoor hebben we steeds minder houvast, en dat maakt onzeker. De neurosen en burn-outs tieren welig.

Aandacht creëert realiteit

Wat in de kwantumtheorie door wetenschappers wordt onderbouwd, en voor psychologen en spiritueel geïnteresseerden al lang een bekend verschijnsel is: aandacht creëert realiteit. We zien dat dagelijks werkelijkheid worden in de media. Als een potvis aanspoelt op een strand was dat vroeger op zijn best een lokale nieuwswaardigheid. Nu wordt het een mediahype die leidde tot parlementaire debatten en wetgeving. En dit is maar één voorbeeld in een eindeloze reeks van kleinere en grotere zaken die hun proportie ontlenen aan het aantal retweets en niet aan hun betekenis. Zo ziet een mediacratie eruit: de wetmatigheid van de kwantumtheorie vervangt de autoritaire ordening van vroeger.

Democratisering van het nieuws

Zowel de kant van de nieuwsgaring als de kant van de publicatie is nagenoeg volledig gedemocratiseerd. Iedere burger heeft in potentie deze dubbelrol ten opzichte van het nieuws: hij of zij is producent én consument. Door Twitter, Facebook en iPhone kan iedereen iets vastleggen én publiceren. En in dit narcistische tijdperk doen we niets liever dan ons door Andy Warhol in 1968 aangekondigde moment of fame te vieren. Nieuwsleverancier en -klant zijn steeds minder te onderscheiden, en dus ook actie en reactie. Hierdoor ontstaat ook nog een strijd om de aandacht, ook bij de gevestigde media, en dreigt er een race-to-the-bottom.

Wetenschapsverwering

Ook de wetenschap, het walhalla van de objectiviteit en het weten, heeft niet meer de autoriteit die het had. Internet geeft burgers de toegang tot nagenoeg dezelfde bronnen als de wetenschapper. De massieve groei van het aantal PhD’s leidt tot grote thematische versplintering. Sociale wetenschappen dwingen zichzelf in een exact kader dat hen tekortdoet. Alle echte wetenschap moet falsificeerbaar zijn en dat brengt met zich mee dat wetenschap nooit een objectief fundament kan bieden, alleen maar een tijdelijk, namelijk totdat het tegendeel bewezen is, dat zei Karl Popper al. Natuurlijk kan aan de grote maatschappelijke betekenis van wetenschap kan niets worden afgedaan. Maar ook de wetenschap als betekenisgevend verschijnsel erodeert.

Politieke verwarring

Als er één onderdeel van onze maatschappij is waar de subjectivering van betekenis heel desastreus uitwerkt dan is het wel de politiek. Daar is vrijwel ieder kader voor een stabiele en genuanceerde duiding zoek. Dit leidt per definitie tot extremisme en polarisatie. Polarisatie, afgeleid van het Griekse “polos”, pool, moeten we steeds meer letterlijk nemen: men neemt steeds meer positie in op de uitersten, de polen, steeds minder op de inhoud. In vele grote Westerse democratieën ziet men dit verschijnsel, dat doorgaans tot patstellingen leidt. Denk bijvoorbeeld aan de Brexit en de Amerikaanse “shutdowns”. Iedere politicus, iedere partij moet steeds harder roepen en extremere standpunten innemen om gehoord te worden. Per verkiezing worden oude standpunten ingeruild voor nieuwe. Uiteraard helpt dit niet want het draagt alleen maar bij aan de groei van de chaos. Daarom wordt de politiek steeds kritischer bejegend en daalt het vertrouwen. Dit oordeel gaat voorbij aan een belangrijk aspect: het verschijnsel is maar deels aan politici te verwijten. Het is een symptoom van een ontwikkeling.

De betekenis hiervan valt niet te onderschatten vanwege het staatkundige principe van het primaat van de politiek. Dit principe beschrijft het monopolie van de parlementaire politiek over wat van algemeen belang is en hoe de vormgeving van de maatschappelijke ontwikkeling er uit zou moeten zien. De politiek reflecteert dus op alles in de samenleving en is zodoende het hoogste wereldlijke betekenisgevende orgaan van deze maatschappij. Maar deze hoogste autoriteit reflecteert niet fundamenteel op zichzelf. Als de politiek niet waarneemt dat het zelf ook onderhevig is aan een autonome sociaal-maatschappelijke ontwikkeling, onderhevig aan het primaat van de bewustzijnsontwikkeling, dan ontstaat er een blinde vlek. Dat is vaak een psychologisch afweermechanisme. Wat zou er gebeuren als die blinde vlek er niet was? Als de politiek niet meer over alles gaat, maar zelf ook subject is van deze ontwikkeling, waar gaan ze dan precies nog over? Opeens kan dan het vraagstuk van de legitimatie van de politieke macht op tafel komen. Het politiek primaat is wel of niet geldig, niet een beetje, net zomin als een vrouw een beetje zwanger kan zijn. Als het politieke primaat niet houdbaar blijkt, waarom hebben wij-het-volk dan zoveel bevoegdheden afgestaan? Voor deze zelfreflectie lijkt in de politiek nog weinig ruimte.

Bij de afwezigheid van objectieve referentiekaders is elk nieuws subjectief, en elk nieuws dus in potentie “nep”nieuws. Zolang wij de illusie blijven koesteren dat er wel waarheid en duidelijkheid is zullen kwaadwillenden, maar ook de onnozelen en de onnadenkenden hier bewust of onbewust gebruik van maken om de verwarring van diegene die op zoek zijn naar de waarheid nog verder te vergroten of ze in hun verwarde gelijk te bevestigen

Wat te doen?

1. Kijk het beest in de bek

Ophouden met te denken dat het overgaat. Ophouden met moraliseren van nepnieuws, tenzij van evidente kwade trouw sprake is. Ophouden met te proberen elkaar in verontwaardiging over nepnieuws te overtreffen, maar het verschijnsel aanvaarden en er nieuwe omgangsvormen voor bedenken. De illusie van de objectiveerbaarheid van informatie en waarheid opgeven. Natuurlijk komen we daarmee in een spannend en nieuw paradigma. En juist daarom moeten we ook kunnen verdragen dat we nu nog niet precies weten hoe we daar mee om moeten gaan maar dat het erkennen van het verschijnsel de eerst stap is. Ook doen: twee verschillende begrippen bedenken voor dit evolutionaire verschijnsel (betekeniserosie) en de doelbewuste manipulatie van nieuws uit de definitie van Van Dale.

2. Trainen, opleiden, leren …

Wat evident is maar nog lang niet grootschalig genoeg wordt opgepakt: leren, leren, leren in het omgaan met media. Kinderen én volwassenen, iedereen. Informatie en communicatie zijn de zuurstof en de smeerolie van deze maatschappij. Daarin moeten we allemaal hooggeschoold zijn, media savvy. We moeten begrijpen dat dit kantelende communicatieparadigma net zo fundamenteel is als de komst van de trein en de auto. We moeten aanvaarden dat we nieuwe, andere en nog niet bestaande begrippen van interpretatie van informatie moeten ontwikkelen.

3. Waarnemen

Een cruciaal onderdeel van punt 2 is het ontwikkelen van onze competentie om waar te nemen, en minder denken en voelen. Dat zijn geen verkeerde “sensoren”, maar zij kunnen ons hier maar beperkt helpen. We moeten leren, wat in de psychologie maar bijvoorbeeld ook boeddhisme onderkend wordt, om een onderscheid te maken tussen wat we waarnemen, wat we iemand horen zeggen en wat we daar zelf mee doen. We zijn gewend te zeggen “jij kwetst mij” als iemand ons iets onwelgevalligs zegt. We denken dat uitspraak en interpretatie hetzelfde zijn. Waarneming is open staan voor dat wat zich toont zonder het te beoordelen. Het voordeel van waarneming is dat er daarbij makkelijker weer wat gezamenlijks kan ontstaan omdat het neutraler is, minder bepaald door mijn persoon en verleden. Dit waarnemen werkt alleen in het nu, en op deze plaats. Op het niveau van deze waarneming kunnen we de ander makkelijker vinden. Waarneming is niet koel en gedistantieerd, het is empathisch en precies.

4. Gedrag aanpassen.

Een symptoom van dit nepnieuwstijdperk is dat onze maatschappij in een soort communicatieve regressie is terecht gekomen. Terugvalgedrag naar een eerder bewustzijnsniveau. De kalme weloverwogenheid, de nuance en de tolerantie zijn verdwenen. Bovendien is alle informatie, permanent en real-time beschikbaar. Het informatiebombardement waar we dagelijks aan worden blootgesteld is enorm. De schaal en de snelheid leiden tot een overload, en dragen ook aan de regressie bij. Een kenmerk van regressief gedrag is dat we meer instinctief gaan reageren. We worden een beetje meer getriggerd door het limbisch systeem waar onze instincten zich ophouden dan door de frontale cortex waar de ratio huist. Daardoor gaat onze aandacht sneller naar plaatjes dan naar tekst. Sneller naar headlines en soundbites dan naar een artikel. Bovendien reageren we sneller op alles wat met poep en pies, sex en geweld, ranzigheid en trivialiteiten te maken heeft. Er wordt meer geappelleerd aan onze primaire instincten: seksualiteit en veiligheid, verlangen en angst. Veel media proberen ons met dergelijk triggers te verleiden, we zullen moeten leren dat te onderscheiden en er meer weerstand aan te bieden. Net zoals we hebben moeten leren om ons eetpatroon aan te passen en gezond en matig te eten, of te stoppen met roken, kunnen we leren om alle media-junk links te laten liggen. En moeten we leren het hijgerige ritme van Twitter los te laten en te v e r l a n g z a m e n in ons communicatiegedrag. Een verstandige reactie heeft soms meer tijd nodig dan 45 seconden. Discipline dus. Geen fenomeen dat zich in deze tijd in een grote populariteit kan verheugen, maar onverminderd nuttig op het juiste moment.

5. Van neutraal naar partijdig: kiezen voor integere subjectiviteit

In een maatschappij die het verschijnsel van de betekenis-erosie niet onderkent zijn de schurken in het voordeel. Als we aannemen dat we allemaal regelmatig informatie verspreiden dat als nepnieuws te interpreteren is, dan doen de boeven dat bewust. De oppervlakkige toeschouwer ziet het verschil echter niet.

Neem het voorbeeld van de strijd van Donald Trump met respectabele media als de Washington Post en de New York Times. Deze media strijden voor de objectiviteit van nieuws met een persoon, die ook een autoriteit is, die de subjectivering van nieuws regelmatig misbruikt. We snappen niet waarom hij met zijn 8158 leugens wegkomt. Nou, de oppervlakkige toeschouwer ziet enkel twee partijen die elkaar beschuldigen van nepnieuws. Waar er twee vechten hebben er twee schuld. Dit verklaart dat Trump nog steeds een relatief grote aanhang heeft, die ziet gewoon twee kemphanen. Vervolgens kiest die voor de querulant, voor degene die outsider is, net als zijzelf.

Als we het fenomeen van de betekenis-erosie onderkennen zullen serieuze media moeten aanvaarden dat de objectiviteit als hoogste norm een verloren bastion is. Ze zullen meer vanuit de eigen zuivere waarneming moeten gaan duiden: kiezen voor integere en transparante subjectiviteit. Dit betekent nogal wat: ze zullen moeten accepteren dat ze niet alleen nog maar media zijn in de letterlijke betekenis van het woord (middelen die dienen tot overdracht van informatie), maar ook partij. Het betekent het opgeven van de aanspraak op het gelijk. 

Misschien klinkt het angstaanjagend, dit kennelijke pleidooi voor het relativisme. Het lijkt koren op de molen voor de Breitbart’s en Fox News. Dat beeld is begrijpelijk, maar niet juist. Het is in wezen niet het relativisme dat ik bepleit. Wat ik bepleit is een herijking van het objectivisme, voorbij de cognitie, voorbij de emotie, naar het waarnemen. Mijn these is een andere: in een wereld waarin wij de betekeniserosie niet onderkennen zijn de boeven in het voordeel. Zolang wij blijven redeneren en communiceren vanuit een verondersteld maar niet meer bestaand objectivisme zal eerst de betekeniserosie toenemen, en dan de vertrouwenserosie. Daar is geen maatschappij tegen bestand. Betekeniserosie en nepnieuws zijn verschijnselen die volstrekt nieuw zijn, maar waartoe we ons moeten gaan verhouden.

[i]Frederique Laloux – Reinventing Organzations

Why fake news is here to stay, and 5 ways to deal with it.

The phenomenon that we call fake news will not go away. We often associate fake news with malicious schemers manipulating media, but that’s only part of it, rather a consequence. It is much more a symptom of social evolution and the result of societal and technological developments leading to the erosion of meaning. But we can do something to deal with it. A system-psychological exploration.

It must have happened some time at the beginning of this century, at the time of the cringe comedy The Office. The moment that satire stopped being the exaggeration of reality, but rather became the representation of reality. Who doesn’t recognize the scenes from The Office, the discussions with managers like David Brent, from personal experience? The Office was a sign that the times of parody and satire were over, long past the heydays of Yes Minister and Spitting Image. Following on from The Office, the emergence of another phenomenon – reality TV – was a logical next step. Why ridicule someone else if they can do it much better themselves? Enter: Big Brother.

In January 2018, actor Alec Baldwin, who imitated Donald Trump at Saturday Night Live (SNL), gave an interview about the record-breaking viewing figures. Baldwin says that Trump is not much fun to play; “He is tense, he is angry, he is pissed off.” And Baldwin explains that he just plays what the president says; “Another thing that I find strange about the things we do, we just repeat what he says … .!”

Another new trend in the media world? No, an expression of a fundamental tilt of consciousness, a transformation of giving meaning to information, to news. We are experiencing the erosion of the objectivity of news to the subjectification of news, and the emergence of the phenomenon of fake news.

The Dutch dictionary Van Dale defines fake news as: “News that is not based on truth, often deliberately distributed to influence public opinion”. That is a useless definition. It is nostalgic, longing for the time when one truth still existed; it is an attempt to control the phenomenon of fake news by defining it narrowly. It also creates the illusion that fake news will stop if we forbid it, if we silence these damned fake news distributors. Yet the problem is primarily that the frameworks used to interpret information have eroded and that some people abuse that.

There are a number of parallel developments in technology, social relationships, and consciousness, that indicate that fake news is here to stay; developments that signify that news and information will never be the same again. In fact, the question is whether we can objectively distinguish fake news from “real” news. The Dutch periodical “De Speld” has been publishing ridiculous fake news with fervor daily since 2007, yet their news is regularly seen as real news. What? UEFA has issued a non-smoking policy for football matches that limits smoking to the center circle, it’s a disgrace!

Authority erosion

Modernity resulted in many authorities falling or being pushed off their pedestal. The convictions and opinions of the remaining authorities, be they doctors, professors or mayors, are hardly any more legitimate than yours and mine. In addition, increasing transparency has revealed more and more unsightly cases about the behavior of authorities that were previously hidden and that enabled us to maintain our illusions. This authority vacuum, has led us into a dangerous no-man’s-land of outrageous or megalomaniac leaders and pretentious or frustrated citizens. There are therefore fewer and fewer accepted authorities, and therefore fewer and fewer sources of accepted significance. Moreover, we increasingly see ourselves as an authority: it is just a pity that all those other individuals also think that they are authorities.

The overload of individualization

Baby boomers will certainly recognize the euphoria of the newly acquired individual liberties of the 60s and 70s. Individualization promised that everyone could be themselves. We had such great expectations; all those individual opinions that would replace the authoritarian frameworks. But do we now have our own autonomous wisdom? That remains to be seen. We are bombarded by advertisements, television, social media, sports competitions, and by peers, who tell us how we should be: unique and special. Because everything is measured and compared, we have to be better, more beautiful and more successful than the others. And this leads to a dichotomy: individualization does indeed have winners, but it also has very many losers. And the winners all look the same, not unique at all. Just look at the current uniformity among college students. The pretentions turned out to be hollow: the personal truth of the individual is often not sufficient to give meaning to life. In practice, no autonomy and individual wisdom has been created, but rather ambivalence: Who am I? As a result, we have less and less clarity and confidence, and that makes insecure. The neuroses and burnouts are booming.

Awareness creates reality

Quantum theory scientists, as well as psychologists and those with a spiritual interest, recognize that awareness creates reality. We see the truth of this daily in the media. In the past, if a sperm whale washed up on a beach, it would have local newsworthiness at best. Now it becomes a media hype that leads to parliamentary debates and legislation. And this is just one example in an endless series of smaller and larger things that derive their importance from their number of retweets rather than from their significance. This is what a mediacracy looks like.

Democratization of the news

News gathering and news publication are both almost fully democratized. Potentially, every citizen can play this dual role in relation to the news: he or she is both producer and consumer. Through Twitter, Facebook and iPhone and the many other platforms, everyone can record and publish anything. And in this narcissistic era, we crave to celebrate our personal moment of fame, as announced by Andy Warhol in 1968. News supplier and customer are becoming less and less distinguishable, as is action and response. This also creates a battle for attention, also among the established media, thereby risking a race-to-the-bottom.

Science weathering

Science, once the mecca of objectivity and knowledge, no longer has the authority it had. The Internet gives citizens access to almost the same sources as the scientist. The massive growth in the number of PhDs leads to major thematic fragmentation. Social scientists force themselves into an exact scientific framework that does not do them justice. Science must be refutable, thus science can never offer an objective foundation. Because, as Karl Popper said, objective science is only temporary, it is only the ‘truth’ until the contrary is proven. So, science as a meaning-providing phenomenon is also eroding.

Political confusion

If there is one area of our society where the subjectification of meaning has had a very disastrous effect, then it is politics. Almost every framework for a stable and nuanced interpretation is missing. This leads, by definition, to extremism and polarization. We must increasingly take polarization, derived from the Greek “polos”, pole, literally: the erosion of the content and the seizing of the extremes, the poles. Many major Western democracies have witnessed this phenomenon, which usually leads to stalemates. Consider, for example, Brexit and the American “shutdowns”. In order to be heard, every politician and every party has become louder and louder and has taken up more extreme positions. In every election, old positions are exchanged for new ones. Of course, this only contributes to the growth of chaos. That is why politics is increasing criticized and why confidence in it is falling. This criticism, however, ignores an important point: politicians are only partly to blame for this phenomenon. It is a symptom of a larger development.

Because of the political principle of the primacy of politics we cannot underestimate the significance of this. The primacy of politics describes the monopoly of parliamentary politics over what is of general interest and what the design of social development should look like. As such, politics reflects on everything in society and is thus the highest secular organ of society. But this highest authority does not fundamentally reflect on itself. If politics is not aware that the self is also subject to autonomous social development, subject to the primacy of the development of consciousness, it creates a blind spot. This is often a psychological defense mechanism. What would happen if the blind spot were not there? If politics were no longer in charge of everything, but was also the subject of development, what are they in charge of exactly? Then suddenly the question of the legitimacy of political power can be raised. Political primacy is either valid or not valid: it cannot be partly valid, just as a woman cannot be a bit pregnant. If political primacy turns out to be untenable, why have we-the-people handed over so many powers? There seems to be little room for such self-reflection in politics.

In the absence of objective frames of reference, all news is subjective, and therefore all news is potentially “fake” news. As long as we continue to live under the illusion that truth and clarity exist, the malicious but also the foolish and the thoughtless will use this, either consciously or unconsciously, to further increase the confusion of those who are looking for the truth or to confirm them in their confused conviction.

What to do?

1. Look the beast in the eye

Stop thinking that it will pass. Stop moralizing fake news, unless there is obvious bad faith. Stop trying to outdo each other in indignation about fake news, but accept the phenomenon and come up with new ways of dealing with it. Give up the illusion of objectifiable information and truth. Because we are entering an exciting new paradigm, we must also be able to accept that we do not yet know exactly how to deal with it. That recognition is the first step. And let’s come up with a new language for these two concepts of the erosion of meaning and the deliberate manipulation of news.

2. Train, learn, develop, ……

What is obvious but is not yet being done on a large enough scale: learn, learn, learn to deal with the media. Children and adults, everyone. Information and communication are the oxygen and lubricating oil of this society. We all have to be highly skilled in dealing with this, we must be media savvy. We must understand that this tilting communication paradigm is just as fundamental to human progress as the arrival of the train and the car, the end of food scarcity and so on. We must accept that we must develop new, different and not yet existing concepts for the interpretation of information.

3. Observing

A crucial element of learning is developing our competence to observe, rather than thinking and feeling. These latter are not wrong “sensors”, but they are only of limited help to us. We need to learn what is recognized in psychology but also, for example, in Buddhism: to distinguish between what we observe, what we hear someone say, and how we understand it ourselves. We are used to saying “you hurt me” when someone tells us something disagreeable. We do not see the distinction between language and our interpretation of it. Observation means being open to that which shows itself without judging it. The advantage of observation is that it is easier to find common ground because it is more neutral, less determined by the individual and the past. Observation only “works” in the here and now: by observing in the here and now we can more easily “find” the other. Observation is not cool and distanced, it is empathetic and precise.

4. Adjusting behavior

A symptom of the fake news age is that our society has entered a kind of communicative regression: behavior that regresses into an earlier level of consciousness. Calm thoughtfulness, nuance and tolerance have disappeared. In addition, all information is available permanently and in real-time. The information bombardment we are exposed to every day, the scale and the speed of it, lead to an overload, and itself contributes to the regression. A characteristic of regressive behavior is that we respond more instinctively. We are triggered more by the limbic system where our instincts reside than by the frontal cortex where the ratio dwells. As a result, our attention focuses on pictures faster than on text. Faster on headlines and sound bites than on an article. Moreover, we respond faster to everything that has to do with poo, pee, sex, violence, rancidity and trivialities. There is more appeal to our primary instincts: sexuality and safety, desire and fear. Many media try to seduce us with these kinds of triggers, and we will have to learn to recognize that and to offer more resistance to it. Just as we had to learn to adjust our eating habits and eat healthily and moderately, or stop smoking, we can learn to ignore junk media. What we need, therefore, is discipline. Not a phenomenon that enjoys great popularity at this time, but still useful at the right time.

5. From neutral to partial: opt for honest subjectivity

In a society that does not recognize the phenomenon of the erosion of meaning, the scoundrels have the advantage. If we assume that we all regularly distribute information that can be interpreted as fake news, then we can also assume that the crooks are doing so consciously. However, the superficial viewer cannot recognize the scoundrel.

Take the example of Donald Trump’s struggle with respectable media such as the Washington Post and the New York Times. These media compete for the objectivity of news with an authority, with a person who regularly misuses the subjectification of news. We don’t understand why he gets away with his 8158 lies. The superficial viewer sees two parties accusing each other of fake news. And where two fight, two are to blame. This explains why Trump still has a relatively large following: his supporters merely see are two brawlers. They then opt for the querulant, for the outsider, just like themselves.

If we recognize the phenomenon of the erosion of meaning, serious media will have to accept that objectivity as the highest norm is a lost bastion. They will have to interpret more from pure perception: opting for honest and transparent subjectivity. This has considerable impact: they will have to accept that they are not only media in the literal sense of the word (that they serve to transfer information) but also party to the information they spread. It means giving up the claim to be right.

This may sound frightening, this apparent plea for relativism. It seems to be grist to the mill for Breitbarts and Fox News. That image is understandable, but not correct. It is essentially not relativism that I advocate. What I advocate is a reassessment of objectivism, beyond cognition, beyond emotion, into observation. My thesis is therefore another: in a world where we do not recognize the erosion of meaning, the crooks have an advantage. This thesis is not an ideological one, it is the result of a development that can be observed by everyone, just beyond ideology. As long as we continue to reason and communicate from an assumed but no longer existing objectivism, the erosion of meaning will increase first, and then the erosion of trust. No society can stand that.